Berliner Gesundheitspreis 2010: Projekte zur Entlastung pflegender Angehöriger gesucht
In Deutschland ist die Familie immer noch die wichtigste Institution bei der Pflege von
Angehörigen. „Man kann hier mit Fug und Recht vom größten Pflegedienst der Nation
sprechen“, so der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt.
Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden heute zuhause gepflegt. Betroffen davon
sind etwa 1,2 Millionen Haushalte.
Über Monate und vielfach auch über Jahre hinweg kümmern sich Familienmitglieder oder
Freunde - oft rund um die Uhr - um ihre pflegebedürftigen Angehörigen. 68 Prozent von
ihnen müssen die Pflege mit einer eigenen Berufstätigkeit in Einklang bringen. Dabei können
die belastenden Auswirkungen des Pflegens erheblich sein: Schwere Beeinträchtigungen
von Gesundheit und Lebensqualität, soziale Isolation, familiäre Konflikte und finanzielle
Schwierigkeiten gehören zu den zu beobachtenden Problemen in den Familien. „Ärzte
erleben dies täglich, lang andauerndes Pflegen kann krank machen“, sagt Dr. med. Günther
Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin.
Der Berliner Gesundheitspreis, den der AOK-Bundesverband, die AOK Berlin-Brandenburg
und die Ärztekammer Berlin gemeinsam vergeben, sucht bundesweit nach innovativen
Projekten, die pflegende Angehörige unterstützen. Bis zum 31. Mai 2010 können sich
Institutionen bewerben, die eine gesundheitliche Entlastung für diese Personengruppe bieten
und ihr helfen, am sozialen Leben teilzuhaben sowie Pflege und Beruf besser vereinbaren zu
können. Dabei ist nicht nur an Menschen gedacht, die ihre älteren Angehörigen pflegen,
sondern auch an Eltern mit langzeit-pflegebedürftigen Kindern. „Es gibt gute Ansätze, wie
man pflegende Familien in ihrem Alltag entlastet, und genau diese suchen wir, um sie zu
auszuzeichnen“, so Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Berlin-Brandenburg.
Den Berliner Gesundheitspreis gibt es seit 1995, er ist mit 50 000 Euro ausgelobt.
Weitere Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen und zum Berliner
Gesundheitspreis selbst finden Sie unter
www.berliner-gesundheitspreis.de.
Quelle: AOK-Bundesverband (
www.bv.aok.de)