Erster hessischer Pflegestützpunkt in Groß-Gerau eröffnet
Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Pflege werden koordiniert und vernetzt

(03.02.2010)
Land Hessen
Groß-Gerau. „Die Pflege von Menschen nimmt in unserer Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert ein. Die Verbesserung der Pflege auch im häuslichen Bereich muss Ziel einer zeitgemäßen Seniorenpolitik sein“, sagte Jürgen Banzer, Hessischer Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, am 2. februar anlässlich der Eröffnung des ersten hessischen Pflegestützpunktes in Groß-Gerau. „Die Pflegestützpunkte ermöglichen es, die guten Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Pflege in Hessen zu koordinieren und zu vernetzen. Die vorhandenen finanziellen, fachlichen und organisatorischen Ressourcen werden gebündelt und können so optimal eingesetzt werden“, lobte der Minister.

Im Landespflegeausschuss, in dem die Kostenträger, Leistungserbringer und Betroffenenverbände vertreten sind, hatte sich die Landesregierung am 8. Dezember 2008 zur Einrichtung von Pflegestützpunkten entschieden. Zunächst soll in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Pflegestützpunkt mit Pflegeberatung eingerichtet werden. In Hessen sind 26 Pflegestützpunkten geplant. Die Pflege- und Krankenkassen errichten die Pflegestützpunkte mit den örtlichen Trägern der Sozialhilfe in gemeinsamer Trägerschaft.

„Um die Arbeit der Pflegestützpunkte in Hessen nachhaltig zu nutzen, zahlt das Land Hessen die wissenschaftliche Begleitung der Implementierung der Pflegestützpunkte“ erklärte Jürgen Banzer. Die Aufgabe wird vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität Frankfurt am Main (IWAK) übernommen. Erstes Ziel der wissenschaftlichen Begleitforschung ist es Kriterien, Merkmale und Indikatoren für ein Bemessungsverfahrens „wohnortnahe Versorgung“ umsetzungsorientiert zu entwickeln, zu testen und für eine Entscheidungsfindung vorzubereiten. Zudem wurde das IWAK beauftragt, Konzeptentwürfe zu Qualitätsstandards, Dokumentation und regionalen Vernetzung zu entwickeln.

Der erste hessische Pflegestützpunkt in Groß-Gerau ist im Landratsamt zu finden. „Das ist ein vorbildlicher Ort für den Pflegestützpunkt, da er mit öffentlichen Verkehrsmitteln für alle Bürgerinnen und Bürger gut zu erreichen ist und über einen barrierefreien und behindertengerechten Zugang verfügt“, hob der Staatsminister hervor.

Schließlich stellte Staatsminister Jürgen Banzer, auch als wichtige Arbeitshilfe für den Pflegestützpunkt, die neue Broschüre „Pflegebedürftig - Was ist zu tun?“ vor. Dieser lesefreundlich gestaltete Leitfaden für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen gibt einen aktuellen Überblick über alle Leistungen rund um die Pflegeversicherung, einschließlich von Kriterien zur Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes und einer stationären Pflegeeinrichtung. „Durch die starke Nachfrage nach der Broschüre wird das große Informationsbedürfnis der Bevölkerung zu grundlegenden Fragen der pflegerischen Versorgung deutlich“, stellte Jürgen Banzer fest.

Hintergrund
Die Aufgaben der Pflegestützpunkte umfassen folgende Punkte:
  • Erhebung aller sozialen, gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs-, Betreuungs-und Beratungsangebote einschließlich der relevanten Aktivitäten der Selbsthilfe und des bürgerschaftlichen Engagements im Einzugsbereich des Pflegestützpunktes und erstellen von entsprechenden Informationsunterlagen.
  • Vernetzung aufeinander abgestimmter pflegerischer und sozialer Versorgungs-, Betreuungs-und Beratungsangebote.
  • Abstimmung und Koordinierung der für die wohnortnahe Versorgung und Betreuung in Betracht kommenden gesundheitsfordernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen und sonstigen medizinischen sowie pflegerischen und sozialen Hilfs-und Unterstützungsangebote.
  • Information, Auskunft und Beratung für alle Bürgerinnen und Bürger ihres Einzugsbereiches. Sie beraten zu Rechten und Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch und zur Auswahl und Inanspruchnahme der bundes- oder landesrechtlich vorgesehenen Sozialleistungen und sonstigen Hilfsangebote.
  • Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement wird in den Pflegestützpunkten eingebunden und begleitet. In den Stützpunkten wird das ehrenamtliche Engagement von Angehörigen und Freiwilligen unterstützt und gefördert. Damit wird die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für Pflege betont.
  • Einbindung von kirchlichen und gesellschaftlichen Trägern und Organisationen, die ihre Angebote und Unterstützungsleistungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen im Pflegestützpunkt bekannt machen sollen.
Quelle: Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit (www.hmafg.hessen.de)





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