Thomas Halder auf der Veranstaltung 'HORIZONTE' der Evangelischen Heimstiftung
Unter dem Motto „Woher nehmen und nicht stehlen – Die Pflege braucht mehr Fachkräfte“ fand am 24. Februar in Stuttgart die Veranstaltung „Horizonte“ der Evangelischen Heimstiftung (
www.ev-heimstiftung.de) statt. „Wir brauchen in den nächsten 20 Jahren doppelt so viel Personal, um die zunehmende Zahl pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen zu versorgen. Dazu müssen wir heute die Weichen stellen. Um weitere Personengruppen für die Arbeit in der Pflege zu gewinnen, muss auch die Pflegeausbildung attraktiver gestaltet werden“, sagte der Amtschef im Ministerium für Arbeit und Soziales, Thomas Halder, bei der Veranstaltung in Stuttgart. Mit der Novellierung des Landespflegegesetzes wolle die Landesregierung die Rechtsgrundlagen schaffen, neue Berufsbilder zu erproben und bestehende Berufsbilder weiterzuentwickeln.
Der Altenpflegeberuf habe durch die bundeseinheitliche Regelung im Altenpflegegesetz erheblich an Attraktivität gewonnen. Bund und Länder stünden nun am Beginn einer zweiten Neuordnung. „Freizügigkeit, Aufstiegschancen und Arbeitsplatzsicherheit machen einen Beruf für Ausbildungsbewerber attraktiv. In Baden-Württemberg wollen wir in der Pflege sowie in den Berufen im Vor- und Umfeld von Pflege gestufte Ausbildungsgänge von der einfachen Betreuerausbildung bis hin zum Hochschulabschluss ermöglichen. Dabei wollen wir Einstiegs- und Arbeitsmöglichkeiten auf jedem Niveau sowie möglichst passgenaue Ausbildungsdauern anstreben.“ Dies könnte sich als ein wesentlicher „Standortvorteil“ im Werben um Ausbildungsbewerber erweisen, so der Amtschef weiter.
Die modernen Wohn- und Versorgungskonzepte der Einrichtungen der Altenpflege und der Behindertenhilfe würden den häuslichen Wohncharakter der Einrichtungen immer stärker neben das Bedürfnis nach angemessener Pflege stellen. „Dadurch wandelt sich das Aufgabenfeld der Altenpflegerin und des Altenpflegers von der All-Round-Kraft vermehrt hin zu dem der Pflegefachkraft. Nur wenn es gelingt, weitere Berufsgruppen in den Komplex Pflege und die Betreuung älterer und behinderter Menschen einzubinden wird es möglich sein, den Personalbedarf in den Einrichtungen dauerhaft zu sichern“, sagte Thomas Halder. Dazu müsse ein umfassendes Versorgungskonzept aufgebaut werden, das die Aufgaben kompetenzgerecht und sinnvoll verteile, die notwendigen Funktionen im Blick habe und die Gesamtaufgabe auf mehr Professionen verteile.
Hintergrund:
Nach den Vorausberechnungen bis 2031 des Statistischen Landesamts
- wird die Zahl der 60jährigen und Älteren voraussichtlich um 45 % ansteigen (von 2.6 Mio. auf 3,7 Mio. Menschen,
- kann die Zahl der 90jährigen und Älteren um bis zu 168 % von 71.000 auf 190.000 Menschen wachsen,
- nimmt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen um bis zu 51 % oder 121.000 auf dann 358.000 Menschen zu
- werden bis zu rund 90.000 Pflegekräfte zusätzlich zu den bereits vorhandenen 98.000 Pflegepersonen benötigt.
In der Pflege, Betreuung und Versorgung der pflegebedürftigen Menschen werden hauptsächlich folgende Berufsgruppen beschäftigt:
- Altenpflegerinnen/Altenpfleger,
- Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/Gesundheits- und Krankenpfleger,
- Altenpflegehelferinnen/Altenpflegehelfer,
- Krankenpflegehelferinnen/Krankenpflegehelfer,
- Heilerziehungspflegerinnen/Heilerziehungspfleger,
- Hauswirtschaftliche Fachkräfte mit Zusatzausbildung,
- Präsenzkräfte mit unterschiedlichen Ausbildungen,
- Alltagsbegleiter als zusätzliche Betreuungskräfte für Menschen mit demenzieller Erkrankung,
- Personen unterschiedlicher Professionen angelernte sowie
- ungelernte Hilfskräfte
Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
(
www.sm.baden-wuerttemberg.de)