Pflegepaket in Niedersachsen gestartet
bpa begrüßt erste Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungssituation in der Altenpflege

(08.01.2010)
bpa
„Ein wichtiger erster konkreter Schritt in die richtige Richtung“: Mit diesen Worten kommentiert Edith Seddig, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), die am 6. Januar von der Niedersächsischen Landesregierung angekündigte Umsetzung des sog. Pflegepaketes. Mit dem Maßnahmenpaket möchte die Landesregierung einen Beitrag zur Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen sowohl für die Ausbildungsbetriebe als auch für die Auszubildenden in der Altenpflege selbst leisten.

„Es herrscht ein erheblicher Mangel an Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege, der sich angesichts der immer weiter steigenden Qualitätsanforderungen bereits heute negativ auf die Entwicklungspotenziale dieser Zukunftsbranche auswirkt“, so Seddig weiter. „Eine der Hauptursachen liegt in der unzureichenden Refinanzierung der Ausbildungskosten im Rahmen der engen finanziellen Vorgaben durch die Pflegekassen und Sozialhilfeträger. In diesem Punkt bietet das Pflegepaket einen positiven Ansatz zur Verbesserung der Situation“, analysiert die bpa-Landesvorsitzende.

Der erste Teil des Pflegepaketes beinhaltet die finanzielle Anerkennung ausbildender Pflegeeinrichtungen und die direkte Förderung von Schülerinnen und Schülern an Altenpflegeschulen in privater Trägerschaft. Einerseits erhalten die Träger der ausbildenden Einrichtungen zukünftig eine pauschale Zuwendung in Höhe von 50 bis 85 Euro vom Land als zusätzlichen Anreiz für die Beschäftigung von Auszubildenden, ohne Anrechnung auf die mit den Kostenträgern vereinbarten Pflegesätze. Andererseits erhalten die Auszubildenden an privaten Altenpflegeschulen, die für die theoretische Ausbildung ein Schulgeld entrichten müssen, ebenfalls einen Zuschuss, um die finanziellen Belastungen zu verringern.

„Der bpa setzt sich seit Langem für verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten der Träger von Pflegeeinrichtungen im Land Niedersachsen ein“, so Henning Kühne, Leiter der Landesgeschäftsstelle Niedersachsen des bpa. „Insofern freuen wir uns, dass die Landesregierung nunmehr einige unserer immer wieder artikulierten Forderungen aufgegriffen hat.“ Als einziger Verband privater Einrichtungsträger hat sich der bpa seit vielen Jahren in dem maßgeblichen Landesarbeitskreis darum bemüht, dieses Thema voranzutreiben.

„Sicherlich ist damit erst ein Anfang gemacht. Ziel muss es weiterhin sein, dass das Schulgeld für private Altenpflegeschulen insgesamt vom Land übernommen und so die Ungleichbehandlung mit staatlichen Altenpflegeschulen beendet wird. Auch müssen sich in der Zukunft weitere Nutznießer der Altenpflegeausbildung, wie z.B. die Pflegekassen und der MDK, finanziell an der Altenpflegeausbildung beteiligen“, beschreibt Henning Kühne ein weiteres Anliegen des bpa.

Der bpa vertritt bundesweit die Interessen von rund 3.100 Pflegediensten, die ca. 150.000 Patienten betreuen, sowie von 3.400 stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen mit über 222.000 Plätzen. Aktuell ist jede zweite private Pflegeeinrichtung in Deutschland Mitglied im bpa; insgesamt vertritt der Verband mehr als jede vierte Pflegeeinrichtung bundesweit. Allein in Niedersachsen zählen über 800 Pflegeunternehmen zu den Mitgliedern des bpa.

Quelle: bpa - Bundesverband privater Anbieter Sozialer Dienste e.V. (www.bpa.de)



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(die Red.)








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