Zwischenbilanz zum Pflegesonderprogramm
Stellungnahme des Verbandes der PfegedirektorInnen der Unikliniken

(07.07.2010)
VPU
Berlin. Um den Pflegenotstand in den Krankenhäusern zu stoppen, haben sich Krankenkassen und Kliniken im April 2009 auf ein Förderprogramm zur Schaffung von 17.000 neuen Pflegestellen geeinigt. In der vergangenen Woche hat der GKV-Spitzenverband dem Bundesgesundheitsministerium den ersten Bericht zur Umsetzung des Pflegesonderprogramms vorgelegt. Danach sind bereits im ersten Jahr in mehr als 1.000 Krankenhäusern die finanziellen Voraussetzungen für 5.480 Neueinstellungen bzw. die Aufstockung von Teilzeitstellen in der Krankenhauspflege geschaffen worden. Mehr als 50 Prozent aller deutschen Krankenhäuser haben bisher laut dem GKV-Spitzenverband von dem Pflegesonderprogramm profitiert. Der Verband ist zuversichtlich, dass die vom Gesetzgeber bis 2011 angestrebte Förderung von bis zu 17.000 zusätzlichen Stellen erreicht wird.

Der Verband der PfegedirektorInnen der Unikliniken (VPU) begrüßt das Pflegesonderprogramm ausdrücklich. Denn es zeigt, dass die Politik die Notwendigkeit erkannt hat, die Pflege in den Krankenhäusern zu entlasten. Nie zuvor zeichneten so wenige Pflegefachkräfte für so viele Patienten verantwortlich. Die planmäßige Umsetzung des Förderprogramms wäre somit sehr zu wünschen.

Im Gegensatz zum GKV-Spitzenverband bezweifelt der VPU jedoch, dass die Ziele des Programms wie geplant erreicht werden können. „Uns liegen aus verschiedenen Häusern Hinweise darauf vor, dass es bei der Umsetzung Schwierigkeiten gibt. Zum Teil werden offene Stellen nicht neu besetzt, sondern Kapazitätsengpässe aufgrund von Leistungsverdichtungen lediglich kompensiert. Zudem wird das Programm nicht von allen Häusern in Anspruch genommen – selbst dann nicht, wenn objektiv Bedarf besteht“, so Irene Maier, Vorstandsvorsitzende des VPU.

Hinzu kommt ein signifikantes Ausbildungs- und Nachwuchsproblem: Viele Krankenhäuser haben Schwierigkeiten, offene Stellen neu zu besetzen, denn qualifizierter Nachwuchs ist schwer zu finden. Um genau beurteilen zu können, inwieweit das Pflegesonderprogramm tatsächlich angenommen und umgesetzt wird – und die dringend erforderlich Entlastung der Pflege mit sich bringt – hat der VPU eine interne Umfrage initiiert. „Das Ergebnis erwarten wir im dritten Quartal, dann können wir auf der Grundlage valider Daten mit allen Beteiligten darüber diskutieren, wie es weiter geht“, so Irene Maier.

Quelle: Verband der PfegedirektorInnen der Unikliniken - VPU
(www.vpu-online.de) / MCG Healthcare Relations



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die Red.








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