Schafft Deutschland die Pflegewende?
Beim Deutschen Institut für Pflegeforschung ist man skeptisch

(28.01.2014)

Deutschland tue sich, so Weidner, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besonders schwer mit der Modernisierung der professionellen Pflege. So ist in Deutschland der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt. Zugleich sind die öffentlichen Investitionen in die Pflege verglichen mit den meisten west- und nordeuropäischen Ländern deutlich geringer. Die Arbeitsbedingungen sind deshalb hierzulande vergleichsweise schlecht, die Vergütungen zu gering.

Laut Statistiken der Bundesagentur für Arbeit ist der Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland nun nahezu flächendeckend zu beklagen. Altenheime brauchen im ganzen Lande mehr als vier Monate, um eine frei gewordene Stelle wieder mit einer Fachkraft zu besetzen. Immer öfter gelingt es gar nicht mehr, neue Fachkräfte einzustellen. In deutschen Krankenhäusern arbeiten immer mehr Ärzte, aber immer weniger Pflegekräfte. Zugleich verliert Deutschland weiterhin Pfleger an die Nachbarländer Schweiz, Österreich, Luxemburg, Niederlande sowie die skandinavischen Länder. Die Folge ist, dass sich die ursächlich problematischen Arbeitsbedingungen in der Pflege hierzulande wie in einem Teufelskreislauf weiter verschlechtern.

„Im Ausland händeringend nach Fachkräften zu suchen, die hier in Deutschland arbeiten wollen, ist angesichts der hiesigen schwierigen Arbeitsbedingungen nicht nur paradox, sondern auch subtil diskriminierend“, sagte Weidner. Er hält es für unabdingbar, dass Deutschland seine Hausaufgaben zur Wettbewerbssteigerung der Pflege selbst erledigen und zukunftsträchtig und spürbar in die Pflege investieren müsse.

Hermann Gröhe, der neue Bundesgesundheitsminister, hat zwar noch keine Investitionen in die Pflege angekündigt, aber er will den Pflegeberuf wieder so attraktiv machen, dass sich auch deutsche Jugendliche für diesen Beruf entscheiden. Die Ausbildungszahlen in der Altenpflege möchte er schon bis 2015 um 30 Prozent erhöhen. Außerdem sollen 4000 Pflegehelfer zu Fachkräften weiterqualifiziert werden.

Gröhes weitere Pläne: Eine umfassende Reform der Ausbildung. Sie soll kostenlos sein, mit einer einheitlichen Grundausbildung beginnen und eine spätere Spezialisierung ermöglichen.

Quelle 1: ad-hoc-news.de

(http://www.ad-hoc-news.de/groehe-kuendigt-offensive-gegen-fachkraeftemangel-in-der--/de/News/34086460)

Quelle 2: dip.de

(http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/pressemitteilungen/PM-DPT-Weidner-140127.pdf)






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