Erste Mucki-Bude für Altenheimbewohner
Sozial-Holding Mönchengladbach hat ersten Fitnessraum für Hochaltrige eröffnet

(09.02.2010)
Sozial-Holding
Kraft- und Ausdauertraining mit alten Menschen wird von Sportwissenschaftlern und Gerontologen schon seit längerer Zeit empfohlen, weil es das Herz-Kreislauf-System stärkt, die Sauerstoffaufnahme des Blutes verbessert und den Verlauf von alterstypischen Erkrankungen positiv beeinflussen kann. Regelmäßiges Training stabilisiert zudem Knochenbau und Muskulatur.

Die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach hat als Träger von sechs städtischen Altenheimen ihr Bewegungsangebot weiter ausgebaut und fest in das Programm für die Bewohner der städtischen Altenheime integriert. In allen Einrichtungen sollen Fitnessräume für die Bewohner entstehen, in denen eine Diplomsportlehrerin regelmäßig Bewegungseinheiten an-bietet. In einem der sechs städtischen Altenheime sind hierfür inzwischen seniorengerechte Fitnessgeräte im Wert von rund 25.000 angeschafft worden.

Wie Kraft, Koordination und ein gutes Körpergefühl ein Stück Lebensqualität in den Alltag zurückbringen, stellen die Bewohner des städtischen Altenheims Lürrip seit Ende Dezember 2009 fest: Rund 20 Damen und Herren - die jüngsten um die 75, die älteren bereits weit über 90 Jahre alt, besuchen bereits regelmäßig das Zirkeltraining, das Diplomsportlehrerin Marina Logvin in der neuen "Mucki-Bude" des Altenheims drei Mal pro Woche anbietet.

Von der Arbeit an den acht Fitnessgeräten, die alle Muskelgruppen gezielt und schonend trainieren und die Gelenke wieder in Schwung bringen, sind die Bewohner begeistert. Auch Heimbeiratsvorsitzender Hermann Hönig lobt das neue Angebot: "Eine tolle Sache. Bisher wurde schon Gymnastik oder Sitztanz angeboten. Aber die modernen Geräte, an denen man selbständig trainieren kann, geben der Sache natürlich einen besonderen Reiz und wecken den Ehrgeiz der Mitbewohner."

"Unser Ziel ist es, den Teilnehmern neben dem Spaß an der Bewegung auch die Chance zu geben, möglichst lange alltägliche Dinge wie aufstehen, gehen, Treppen steigen oder Körperpflege selbst ausführen zu können. Auch zur Verhinderung von Stürzen tragen regelmäßige Koordinations- und Kräftigungsübungen bei", weiß Einrichtungsleiterin Sabine Baro. Wichtig sei ein gezieltes Training der Muskulatur und des Bewegungsapparates auch nach Krankenhausaufenthalten.


Diplomsportlehrerin Marina Logvin im Training
mit Bewohnerinnen des städtischen Altenheims
Lürrip in Mönchengladbach
© Foto: Knappe / Sozial-Holding
Für die nötige Anleitung und Motivation der Bewohner sorgt Diplomsportlehrerin Marina Logvin, die in allen städtischen Altenheimen regelmäßig Bewegungseinheiten unter dem Motto "Fit mit Marina" anbietet. Um das Angebot auf weitere Altenheime ausweiten zu können, werden in jedem Haus zwei Mitarbeiterinnen des Betreuungsdienstes im Umgang mit dem Trainingsparcour geschult.

Der nächste Fitnessraum für Senioren wird im Altenheim Eicken eingerichtet. Als niederschwelliges ambulantes Angebot wird er auch Menschen zur Verfügung stehen, die nicht im Heim wohnen. Dieses neue Projekt, insbesondere für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen gedacht, soll im März starten. Es wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den Pflegekassen gefördert und vom Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie der Deutschen Sporthochschule Köln wissenschaftlich begleitet.

Aufbauend auf die erfolgreiche Arbeit im Projekt "fit für 100" hat die Sporthochschule Köln hat unter dem Titel "NADiA - Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen" ein Konzept entwickelt, das sowohl Demenzkranken als auch pflegenden Angehörigen die Gelegenheit bietet, ihr körperliches Leistungsvermögen und Wohlbefinden zu verbessern. Im Projekt "NADiA" wird untersucht, ob und welche Effekte ein altersgerechtes Training bei Demenzkranken und deren An-gehörigen erzielen kann. Dazu Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding: "Pflegende Familienmitglieder oder Partner erleben leidvoll, dass ihre dementen Angehörigen nach und nach viele Alltagskompetenzen verlieren. Wir hoffen mit diesem Bewegungsprogramm eine Plattform zu schaffen, auf der sie sich wieder auf 'Augenhöhe' begegnen können."

Das gemeinsame Training von Demenzkranke und ihrer Angehörigen soll Spaß machen sowie den Zusammenhalt und das oft belastete Betreuungsverhältnis stärken. Zudem wirken sich die Steigerung der Kraft, die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und die Stabilisierung des Gleichgewichts insgesamt positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit und auf die Alltagskompetenz der Demenzkranken aus.

Quelle: Helmut Wallrafen-Dreisow, Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH (www.sozial-holding.de)





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