Nachwuchs an Fachkräften sichern!
Caritas in NRW warnt vor Fachkräftemangel in Sozial- und Gesundheitsberufen

(01.07.2010)
Caritas
Münster (cpm). Gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wohlfahrtsverbänden fordert die Caritas in NRW, um die Ausbildung in den Sozial- und Gesundheitsberufen zu sichern. "Neue tragfähige und finanzierbare Konzepte" seien notwendig für eine weiterhin fachlich qualifizierte Versorgung in der Pflege, erklärte der Münsteraner Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann.

Die am 1. Juli erschienene Ausgabe der Zeitschrift Caritas in NRW befasst sich im Schwerpunkt mit der Nachwuchsgewinnung. Für die von den Gesundheitsministern bereits beschlossene gemeinsame Pflegeausbildung müssten nun "die Hürden der Finanzierbarkeit, der Bildungsdurchlässigkeit sowie die Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens abgebaut werden", so Kessmann. Allein in Nordrhein-Westfalen fehlen nach jüngsten Erhebungen in diesem Jahr bis zu 2.500 examinierte Pflegekräfte.

Auch in den Kindertagesstätten zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab. Der Ausbau der U3-Betreuung könnte dadurch massiv behindert werden, so Kessmann: "Die Umsetzung des rechtlichen Anspruchs, der sich aus dem Kinder-Bildungsgesetz (KiBiz) ableitet, würde heute mangels qualifizierter Mitarbeiter scheitern". Trotz zurückgehender Schulabgängerzahlen müsse daher der Nachwuchs an Fachkräften in Pflege und Erziehung gesichert werden, fordert Kessmann.

Einen "umfassenderen Praxisbezug der Ausbildung" mahnt Günter Ölscher, Direktor des Franz-Sales-Hauses, einer Behinderteneinrichtung in Essen, in der am Donnerstag erschienenen neuen Ausgabe der Zeitschrift Caritas in NRW an. Sozialpädagogen, Erzieher und Krankenpfleger müssten breiter ausgebildet werden auch in den Bereichen Arbeitsorganisation, Datenverarbeitung und Telekommunikation. Daneben müssten die Ausbildungsinhalte "konsequent auf Migration und ethische Fragen" ausgerichtet werden, schreibt Ölscher. Auch eine Flexibilisierung der Lehrpläne sowie mehr Innovationen in der Ausbildung seien notwendig.

Quelle: Caritasverband für die Diözese Münster (www.caritas-muenster.de)





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