DKG stellte DKI-Studie „Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes unter Beachtung weiterer Berufsgruppen“ vor
Berlin. Die Entwicklung in Medizin und Pflege sowie die
zunehmende Arbeitsbelastung und -verdichtung in den Kliniken erfordern
eine Überprüfung der Zuordnung der Aufgaben des ärztlichen und
pflegerischen Dienstes.
Nach der Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI;
www.dki.de) zur „Neuordnung von Aufgaben des Ärztlichen Dienstes“ im
April 2008 stellte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft
(DKG,
www.dkgev.de), Dr. Rudolf Kösters, am 7. Juli eine aktuelle DKI-Studie zur
„Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes unter Beachtung weiterer
Berufsgruppen“ vor. Im Rahmen der repräsentativen Erhebung, an der
sich insgesamt 421 Kliniken beteiligten, wurden die Pflegedienstleitungen
nach delegationsfähigen Tätigkeiten befragt. Dazu zählten neben
Aufgaben im grundpflegerischen Bereich auch Service- und Assistenztätigkeiten
für die Patienten.
Die von der DKG in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass von einer
Übertragung von Tätigkeiten des Pflegedienstes positive Effekte auf einen
effizienten Personaleinsatz im Krankenhaus ausgehen können, ohne dass
die Qualität der Krankenhausleistungen abnimmt. Gleichzeitig bewirke
eine Konzentration auf die Kernkompetenzen der Pflegekräfte eine
bessere Nutzung der knappen Ressourcen, die die Mitarbeiter- und
Patientenzufriedenheit steigern können. „Die Kliniken wollen die
Pflegekräfte weiter entlasten. Wir setzen damit die politische Botschaft des
letzten Pflegegipfels im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im April
2009 aktiv um“, machte der DKG-Präsident deutlich.
Die Palette übertragbarer Tätigkeiten reiche nach Angaben der beteiligten
Kliniken von einfacheren Tätigkeiten (Erfassen der Essenswünsche, Holund
Bringdienste) bzw. patientennahen Hilfstätigkeiten (Hilfe bei der
Körperpflege, Vor- und Nachbereiten der Utensilien zur Körperpflege) bis
hin zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Betten beziehen, Ordnung in
Patientenzimmern). Wie hoch das Entlastungspotential des examinierten
Pflegepersonals im Einzelfall sei, hänge von den krankenhausindividuellen
Gegebenheiten vor Ort ab. Von zentraler Relevanz sei, dass
Tätigkeiten zu einem zweckmäßigen Aufgabenfeld kombiniert werden. Es ergebe sich sowohl ein Kaskadeneffekt durch die Abgabe von delegierbaren
Arbeiten an Service- und Pflegeassistenten als auch durch die Übernahme von
Aufgaben mit einem höheren Qualifikationsanspruch aus dem bisherigen
ärztlichen Bereich.
Kösters wies darauf hin, dass ein veränderter Ressourceneinsatz angesichts der
Rahmenbedingungen für die Kliniken unabdingbar sei: „Seit Mitte der 90er Jahre
hat die Arbeitsverdichtung im Pflegedienst spürbar zugenommen. Hier sind
neue Konzepte für eine veränderte Aufgabenteilung und Arbeitsorganisation im
Krankenhaus zwingend erforderlich.“ Hinzu komme, dass die demographische
Entwicklung nicht nur einen steigenden Bedarf an Ärzten, sondern auch an
(Fach-)Pflegekräften auslösen werde. Die Erhöhung der Attraktivität der
Pflegeberufe sei daher von großer Relevanz für die Kliniken.
Gleichzeitig machte der DKG-Präsident deutlich, dass zur Änderung der
Prozesse im Krankenhaus vor allem die Neugestaltung einer Aufbauorganisation
gehöre. „Nur so kann die Neuordnung von Aufgaben des
Pflegedienstes zu einem Erfolgsmodell werden“, sagte Kösters. Die richtige
Organisation, die Optimierung der internen Prozesse und der optimierte Einsatz
der Mitarbeiter nach ihren jeweiligen Fähigkeiten seien unumgänglich. Dabei
müsse das Schnittstellenmanagement sowohl zwischen den Mitarbeitern mit
unterschiedlichen Qualifikationen innerhalb einer Abteilung als auch zwischen
Mitarbeitern unterschiedlicher Stationen funktionieren. „Wenn dies gelingen soll,
muss die organisatorische Verantwortung für den Einsatz der Mitarbeiter beim
Pflegemanagement bleiben“, so der DKG-Präsident.
Die DKI-Erhebung zeige darüber hinaus auf, dass für das Tätigkeitsfeld von
Assistenz- und Servicekräften vor allem auch Mitarbeiter gewonnen werden
können, die nur aufgrund von speziellen Rahmenbedingungen (z.B. kinder- und
familienfreundliche Arbeitszeiten) den Weg zurück ins Arbeitsleben fänden.
Zudem seien die Qualifizierungsansätze zum Service- und Pflegeassistent eine
berufliche Chance für diejenigen Bewerber, die auf dem Ausbildungsmarkt eher
eingeschränkte Möglichkeiten haben. Gleiches gelte für Quereinsteiger. Daher
sollten Qualifizierungsmaßnahmen für diese Tätigkeitsfelder (z.B. Serviceassistenz)
umfassend durch die zuständigen Stellen gefördert werden, da die
Krankenhäuser eine sichere Anstellung mit guten Perspektiven bieten könnten.
Auf den Seiten der DGK e.V. (
www.dkgev.de) können Sie in der
Pressemitteilung "Kernkompetenzen der Pflege müssen gestärkt werden" vom 07.07.2010 folgende Dokumente downloaden (
die Red.):
- Präsentation der Studie (Dr. Matthias Offermanns vom DKI)
- Langfassung der Studie "Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes"
- Zusammenfassung der Studie "Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes"
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in
Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände
– in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.083 Krankenhäuser
versorgen jährlich 17,5 Millionen stationäre Patienten und 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit
1,1 Mio. Mitarbeitern. Bei 64,6 Mrd. Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG
für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.
Quelle: DKG - Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (
www.dkgev.de)