E-Recruiting

Schluss mit Schnarchen in der Personalabteilung

Pflegekräfte bewerben sich und warten wochenlang auf Antwort. Klingt wie ein schlechter Witz, ist aber Alltag. Berater Holldorf rät Kliniken und Heimen deshalb zu E-Recruiting

Inhaltsverzeichnis

„Bewerber haben Ansprüche wie beim Online-Shopping“ – so titelte kürzlich eine renommierte bundesweite Tageszeitung. In dem Artikel wurde ein Phänomen erörtert, dass auch für Arbeitgeber in der Pflege hoch relevant ist: Die meisten Arbeitgeber (eben auch in der Pflege) verlieren allein schon durch ihre Langsamkeit und unzureichende Kommunikation viele Bewerber.

Eingangsbestätigung? Fehlanzeige

Für mein Buch „Gezwungen zu Spitzenleistungen“ habe ich eine kleine Studie durchführen lassen. Wir haben gemessen, wie schnell Bewerber vom potenziellen Arbeitgeber eine Rückmeldung erhalten. Die Ergebnisse sind sehr ernüchternd. Sie bieten eine schlüssige Erklärung, warum die meisten Bewerbungen am Ende nicht zu Bewerbungsgesprächen, geschweige denn zu Einstellungen führen:

Lediglich 10 Prozent aller von uns getesteten Unternehmen sandten Pflegefachkräften, die sich beworben hatte, eine automatische Eingangsbestätigung. Mit anderen Worten: 90 Prozent verzichteten darauf, gleich zu Beginn Verbindlichkeit herzustellen. Mehr als 50 Prozent der getesteten Arbeitgeber haben es noch nicht einmal geschafft, in den ersten drei Tagen eine erste Rückmeldung zu geben.

Man macht es den Bewerbern gern schwer

Wenn in der kleinen Studie dann doch eine rasche Antwort kam, wurden vor allem „weitere Unterlagen“ angefordert, obwohl ein aussagekräftiger Lebenslauf bereits beigefügt war. Das alles sind unnötige Hürden, mit denen Arbeitgeber ihr Bewerber eher abschrecken als einladen.

Detaillierte Bewerbungsformulare wirken wie Stacheldraht

Ebenfalls kritisch zu hinterfragen sind viele Bewerbungsformulare. Muss man wirklich schon im ersten Schritt 10 oder sogar noch mehr Datenfelder abfragen? Kann man das Meiste nicht ohnehin dem Lebenslauf entnehmen? Komplexe und umfangreiche Bewerbungsformulare wirken auf jeden Fall wie ein Stacheldrahtzaun, der das Unternehmen vor Bewerbern schützt.

Lahme, floskelhafte Antworten

Gab es dann eine Antwort per E-Mail, waren die Texte, mit denen Bewerber für das Unternehmen und den dortigen Pflegejob begeistert werden sollten, ausnahmslos floskelhaft und fast nie individuell formuliert. Auf die Idee, ein Video oder ein Bild vom Team einzufügen, kam im Übrigen kein Arbeitgeber der Studie.

Outlook und Excel reichen nicht mehr

Es ist richtig: Bewerber werden immer anspruchsvoller und ungeduldiger, wenn es um einen neuen potenziellen Arbeitgeber geht. Die Anforderungen, die Bewerber heutzutage an Arbeitgeber stellen, sind daher mit den traditionellen Bordmitteln „Outlook & Excel“ einfach nicht mehr zu erfüllen. Damit sind Arbeitgeber leider viel zu langsam.

Schnellere Reaktion durch E-Recruiting

Was hilft, ist E-Recruiting, sprich eine Automatisierung des Ablaufs. Damit können sich Kliniken und Pflegeheime von anderen Arbeitgebern abheben. Ich rate jedem, der unter Fachkräftemangel leidet: Befassen Sie sich unbedingt mit E-Recruiting. Sie entlasten sich selbst und Ihr Team enorm. Andererseits werden Sie Ihre Reaktionsgeschwindigkeit vervielfachen und gewinnen so eine Vorsprung vor anderen Unternehmen.

E-Recruiting entlastet Personalabteilung

Dazu ein Beispiel: Ein Arbeitgeber, der pro Monat durchschnittlich fünf Stellen ausschreibt, kann mit E-Recruiting ganz leicht 100 Arbeitsstunden und mehr im Jahr einsparen. Das ermittelte direkte Einsparpotenzial bei der Personalbeschaffung beträgt circa 15.000 Euro. Kliniken und Heime, die auf Zeitarbeiter angewiesen sind, wissen dass ihre Einsparungen noch weit darüber liegen.

Die beste Nachricht zum Schluss: Noch vor fünf Jahren war modernes E-Recruiting allein Großunternehmen vorbehalten. Dank Cloud-Software ist es heutzutage aber auch schon für kleine und mittlere Unternehmen sehr günstig zu erstehen - ab circa 50 Euro pro Monat.

Hier geht es zu einem Video von mir über E-Recruiting.

Über Dr. Lars Holldorf

Der Berater ist Experte für Personalstrategie im Gesundheitswesen. Lars Holldorf berät Gesundheitseinrichtungen bei Projekten zur Auslandsrekrutierung inklusive Onboarding und unterstützt bei der Einführung von E-Recruiting.

Autor: Lars Holldorf

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