Serie Soft-Skills

Tipp 5: Schräge Rituale? Bleiben Sie locker!

Cola zum Frühstück, ein Bier vor Vier im Altenheim? Lassen Sie sich von den Ticks und Schrulligkeiten Ihrer Bewohner nicht irritieren. Freuen Sie sich stattdessen.

Inhaltsverzeichnis

Nennen wir sie Ariane, die Reinigungskraft eines Altenheims, aus der es bei einer Fortbildung zum Thema „Umgang mit Demenz" regelrecht herausbrach: Sie fand es unmöglich, wie sich einige ihrer Heimbewohner verhielten: „Die Füße auf dem Couchtisch? Das gibt es bei uns zu Hause nicht!" – „Chips am Nachmittag? Ich glaube, ich spinne!"

Tipps für die erfolgreiche Pflegekraft

Wie gehen ich mit Ärzten, Angehörigen und Kollegen um? Wie bereite ich ein Meeting vor? Wie vermeide ich Burnout? Schauen Sie in unsere Soft-Skill-Serie mit ihren fast 50 Tipps.
Artikel lesen >

Als Pflegekraft tauchen Sie tief ins Privatleben Ihrer Klienten ein. Arianes Reaktionen zeigen sehr drastisch, wie stark unsere Vorstellungen und unser Verhalten von fest verankerten Normen geprägt sind. In der eigenen Familie gelten oft klare Regeln, Vereinbarungen und Rituale. Was wir aber in der Schule, im Urlaub und eben auch am Arbeitsplatz, etwa im Krankenhaus oder im Pflegeheim, erleben, kann deutlich davon abweichen.

Haben Sie nicht auch Ihre Macken?

Alte Menschen haben viele Jahre Erfahrungen im Aufbau solcher Regeln und viele dieser Regeln und Gewohnheiten haben sie sehr lieb gewonnen. Was hatte Ariane eigentlich so gestört? Ein Heimbewohner legt seine Füße inklusive Schuhen immer wieder auf den Tisch. Fast sein ganzes Leben lang hat er seine Füße zu Hause auf den Couchtisch gelegt. Ein Problem? Nein, in der Familie war es eine erlaubte Schrulligkeit oder Gewohnheit, die er auch im Altersheim ungern ablegen würde.

Chips am Nachmittag? Hin und wieder doch mal ein Bier vor Vier? Die Zeitung von hinten nach vorne lesen? Wer sich selbst überprüft, wird feststellen, dass er auch nicht immer den gängigen Verhaltensnormen entspricht. Sicherlich kennen auch Sie solche Schrulligkeiten von sich und anderen. Schrulligkeiten sind etwas Wunderbares, sie machen jeden von uns einzigartig, menschlich und zeigen auf charmante Weise unsere Schwächen und Vorlieben.

Schrulligkeiten sind gut fürs Wohlbefinden

Deshalb: Lernen Sie die Eigenarten Ihrer Klienten kennen und unterstützen Sie sie darin, diese noch weitestgehend zu leben. Diese Eigenarten geben Halt, schaffen Vertrauen und Wohlbefinden. Seien Sie ehrlich: Ist es wirklich ein Problem, wenn Frau Kuchenbäcker im Schlafanzug frühstücken will?

Machen Sie sich auch Ihre eigenen Eigenarten bewusst, denn auch Sie haben sicherlich eine ganze Reihe solcher Schrullen. Fragen Sie sich: Muss ich hier darauf bestehen, dass Regeln eingehalten werden, oder kann ich mich in meiner Professionalität auf die Schrulligkeit des Klienten einlassen?

Ariane hat es geschafft, toleranter zu werden und ihren Bewohnern mehr Freiraum für ihre Schrulligkeiten zuzugestehen. Sie ist froh, ihre Arbeit jetzt mit noch mehr Freude und Verständnis zu erledigen. Manchmal erzählt sie den Klienten sogar von ihren eigenen Macken und sie lachen gemeinsam darüber.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

Weltalzheimertag 2019

Manfred Spitzer: Vergessen Sie Gehirnjogging!

Jetzt zum Weltalzheimertag (21. September) werden wieder erschreckende Zahlen publiziert. Viele fragen sich, wie sie vorbeugen können. Neurowissenschaftler und Bestseller-Autor Spitzer meint: Diskutieren Sie lieber mit Ihren Enkeln! Das ist besser als jedes Gehirntraining

Foto: v.l.n.r.:Kath. Hochschule Freiburg/APS/Kath. Hoschule Mainz

1. Welttag der Patientensicherheit

Im Namen der Patienten: Pflege braucht Hierarchien!

Pflegehelfer verteilen Medikamente und wechseln Verbände. Das kommt immer wieder vor. Weil manch Examinierte Angst haben, als arrogant zu gelten, wenn sie es untersagen

Foto: Damir Bosnjak (Unsplash)

Vorlesen im Heim

Bewohner haben keine Lust mehr auf Besinnliches ...

... sie wollen endlich lachen - Heilpädagogin Susann Winkler muss es wissen: Die Autorin von „Bitte 3 x täglich lachen“ hat jahrelang in Pflegeheimen in Großbritannien, Kroatien und Österreich gearbeitet

Foto: ©mizina - stock.adobe.com

Creme, Shampoo & C0.

Pflege ohne Mikroplastik - das geht!

Umweltschutz ist auch in der Kranken- und Altenpflege ein Thema. Wenn es um Cremes, Shampoos & Co. geht zum Beispiel: Da können wir wunderbar Einfluss nehmen

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.